
Wenn IT-Teams in großen Unternehmen aufwachen, weil wieder ein Switch ausgefallen ist und niemand die Konfiguration zurückverfolgen kann, wächst der Wunsch nach einem Netzwerk, das sich selbst verwaltet. Genau hier setzt die Cisco Digital Network Architecture (DNA) an – eine Architektur, die Netzwerke nicht nur automatisiert, sondern sie auf Basis von Richtlinien steuert. Dieser Leitfaden zeigt, was Cisco DNA wirklich kann, welche Kosten auf Sie zukommen und wo die Unterschiede zu Alternativen wie Meraki liegen.
Jährliche Investitionen in Netzwerksicherheit (2023): ca. 18,5 Milliarden USD weltweit ·
Marktanteil Cisco im Enterprise-Netzwerk (2023): rund 48 % (IDC) ·
Anzahl der Cisco DNA-Kunden (geschätzt): über 40.000 Unternehmen ·
Schnellere Fehlerbehebung durch Intent-based Networking: bis zu 50 %
Kurzüberblick
- Cisco DNA ist als Software-Abonnement (Essentials/Advantage) erhältlich (Cisco Catalyst Center Produktseite)
- DNA Center (heute Catalyst Center) ist die zentrale Verwaltungsplattform (Cisco – DNA Center Platform)
- DNA Spaces bietet Innenraum-Lokalisierung per WLAN (Cisco Catalyst Center)
- Genauer Preis pro Nutzer für DNA Essentials (variiert je nach Volumen und Vertrag)
- Exakte Zahl der aktiven DNA-Kunden (Cisco veröffentlicht keine aktuellen Zahlen)
- 2015: Einführung der Digital Network Architecture durch Cisco (Cisco – DNA Historie)
- 2024: Integration von KI-Analysen in DNA Center (Cisco Predictive Analytics) (Cisco – DNA Historie)
- Supportende für DNA Center Second Generation Appliance: 31. März 2029 (Cisco End-of-Life Announcement)
- Catalyst Center 2.3.7 Data Sheet vom 2. März 2026 veröffentlicht (Cisco Data Sheet)
Die wichtigsten Eckdaten zur Cisco DNA im Überblick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Einführungsjahr Cisco DNA | 2015 |
| Aktuelle Software-Version | Cisco DNA Center 2.3.5 (Stand 2024) |
| Unterstützte Hardware | Cisco Catalyst 9000 Serie, ISR, ASR |
| Anzahl der Integrationen (Drittanbieter) | über 100 (Rest-APIs) |
Was ist Digital Network Architecture (Cisco DNA)?
Definition der Cisco DNA
- Cisco DNA ist eine softwaregesteuerte, offene Architektur für Unternehmensnetzwerke (Cisco – Catalyst Center Produktseite).
- Die Architektur umfasst Intent-based Networking und automatisierte Richtlinien.
Stellen Sie sich ein Netzwerk vor, das versteht, was Sie erreichen wollen – und dann selbstständig die Wege, Firewalls und Prioritäten einrichtet. Das ist das Versprechen von Intent-based Networking. Cisco DNA ist der technische Unterbau dafür: eine Kombination aus zentraler Steuerungsebene (dem DNA Center, heute Catalyst Center), softwaredefinierten Zugriffs- und Weitverkehrsnetzen (SD-Access, SD-WAN) und Analysefunktionen, die Ausfälle vorhersagen sollen.
Das zeigt: Cisco DNA ist kein Allheilmittel, aber ein mächtiges Werkzeug für Unternehmen mit entsprechenden Ressourcen.
Ziele der Architektur
- Automatisierung von Konfigurationen mittels Richtlinien
- Zentrale Sicherheitssegmentierung (z. B. Gastnetz, IoT, Unternehmensnetz getrennt)
- Predictive Analytics zur Vermeidung von Ausfällen
Die drei Hauptziele sind eng miteinander verwoben. Automatisierung reduziert manuelle Fehler – laut Cisco um bis zu 50 % bei der Fehlerbehebung. Sicherheitssegmentierung trennt sensible Datenströme, ohne dass Administratoren jedes Kabel neu verlegen müssen. Und die Vorhersagefunktion analysiert historische Daten, um Engpässe zu erkennen, bevor sie kritisch werden.
Ein Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern, das auf Cisco DNA umstellt, kann laut Cisco-Nutzern die Zeit für Netzwerkänderungen von Stunden auf Minuten senken. Der Haken: Die initiale Einrichtung und das Lizenzmanagement sind komplex und erfordern spezialisiertes Personal.
Die Vorteile der Automatisierung sind klar, doch die Umstellung erfordert sorgfältige Planung.
Welche drei Arten von Netzwerkarchitektur gibt es?
Peer-to-Peer-Architektur
- Direkte Verbindung zwischen Endgeräten, keine zentrale Steuerung.
- Typisch für Dateifreigabe oder Kryptowährungsnetze.
Bei Peer-to-Peer (P2P) spricht jeder Rechner direkt mit jedem anderen. Es gibt keinen zentralen Server, der den Datenverkehr lenkt. Das ist einfach und kostengünstig, aber kaum skalierbar und schwer zu sichern – für Unternehmensnetze daher meist ungeeignet.
Client-Server-Architektur
- Zentraler Server verwaltet Ressourcen und Zugriffe.
- Dominiert in klassischen Firmennetzen (Active Directory, Dateiserver).
Client-Server ist der Standard, den die meisten IT-Administratoren kennen. Ein zentraler Server stellt Dienste bereit, die Clients fragen an. Die Vorteile: zentrale Verwaltung und Sicherheit. Der Nachteil: Der Server wird zum Flaschenhals – und bei Ausfall steht das ganze Netz still.
Software-Defined Networking (SDN)
- Trennung von Steuerungs- und Datenebene (OpenFlow als Referenz).
- Ermöglicht programmierbare Netzwerke, Grundlage für Cisco DNA.
SDN entkoppelt die „Intelligenz“ des Netzes von der Hardware. Eine zentrale Software – der Controller – entscheidet, wohin Datenpakete fließen. Die Switches führen nur noch aus. Cisco DNA baut genau auf diesem Konzept auf: Der DNA Center ist der Controller, der das gesamte Netzwerk auf Basis von Richtlinien steuert.
Die Wahl der Architektur hängt stark von der Unternehmensgröße und den Sicherheitsanforderungen ab.
Was ist der Vorteil der Cisco Digital Network Architecture?
Automatisierung und Policy-basierte Steuerung
- Laut Cisco beschleunigt DNA die Bereitstellung und reduziert manuelle Fehler (Cisco – DNA Center Automation).
- Richtlinien werden einmal definiert und auf alle Geräte angewendet.
Statt für jeden Switch einzeln VLANs, ACLs und QoS-Regeln zu konfigurieren, legen Sie im DNA Center eine Richtlinie fest: „Mitarbeiter im Vertrieb bekommen Priorität für CRM-Anwendungen“. Das Netz setzt das automatisch auf allen betroffenen Geräten durch. Das spart Zeit und vermeidet Konfigurationsfehler, die in manuellen Umgebungen häufig sind.
Die Richtliniendefinition erfordert Vorarbeit: Sie müssen Ihre Netzwerksegmente, Anwendungen und Sicherheitsstufen genau kennen. Einmal falsch definiert, kann eine Policy den Datenverkehr blockieren, den Sie eigentlich freigeben wollten.
Die Vorteile der Automatisierung sind klar, doch die Umstellung erfordert sorgfältige Planung.
Sicherheitsintegration
- Cisco DNA Center bietet zentrale Überwachung und Sicherheitsrichtlinien.
- Segmentierung von Geräten und Nutzern über SD-Access (Cisco – SD-Access).
In traditionellen Netzen ist Sicherheit oft eine Flickwerk-Lösung aus Firewalls, VLANs und Zugriffslisten. Cisco DNA integriert Sicherheit direkt in die Architektur: Jedes Gerät bekommt eine Identität, und der DNA Center entscheidet auf Basis von Richtlinien, ob ein IoT-Sensor das ERP-System erreichen darf oder nicht. Das ist besonders wertvoll in Umgebungen mit vielen verschiedenen Gerätetypen (Produktion, Gäste, Mitarbeiter).
Skalierbarkeit und Flexibilität
- Vergleich mit herkömmlichen manuellen Netzwerken: schnellere Fehlerbehebung.
- Automatische Anpassung an neue Anforderungen (z. B. neue Standorte).
Ein Unternehmen, das von 100 auf 1000 Switches wächst, müsste im manuellen Betrieb die Admin-Kapazität verdoppeln. Mit Cisco DNA skaliert die Verwaltung nahezu linear – Sie definieren Richtlinien, das Netzwerk setzt sie um. Die zentrale API-Anbindung erlaubt außerdem die Integration von Drittanbieter-Tools, was die Flexibilität weiter erhöht.
Cisco DNA vs. Meraki: Was sind die wichtigsten Unterschiede?
Zielgruppe und Einsatzbereiche
- Cisco DNA: on-premises DNA Center, für große Unternehmen mit eigener IT.
- Meraki: Cloud-basiertes Management, ideal für verteilte Standorte.
Meraki ist die „Light“-Version von Cisco für Unternehmen, die kein eigenes Rechenzentrum für den Netzwerk-Controller betreiben wollen. Die gesamte Verwaltung läuft über die Cloud – kein Hardware-Controller nötig. DNA hingegen setzt eine eigene Appliance voraus (den DNA Center bzw. Catalyst Center), die im Unternehmen steht. Große Firmen mit strengen Compliance-Vorgaben wählen daher oft DNA, Filialbetriebe mit 50 Standorten eher Meraki.
Management-Modell
- DNA: zentrale On-Premises-Steuerung, detaillierte Kontrolle.
- Meraki: Cloud-Dashboard, einfacher Zugriff von überall.
Der DNA Center ist ein leistungsfähiges Werkzeug, das tiefe Einblicke und Konfigurationsmöglichkeiten bietet – aber auch Einarbeitung erfordert. Meraki ist intuitiver, bietet aber weniger granulare Steuerungsmöglichkeiten. Für ein Unternehmen mit 5000 Mitarbeitern und eigener Sicherheitsabteilung ist DNA die richtige Wahl. Eine Kette von 50 Bäckereifilialen wird mit Meraki besser bedient.
Lizenzmodell
- DNA Essentials, Advantage, Premier – Abonnement pro Gerät (Cisco – Lizenzmodelle).
- Meraki: Lizenz pro Gerät, ebenfalls Abonnement, aber einfacher gestaffelt.
Die Cisco DNA-Lizenzierung ist komplex: Essentials deckt Basisfunktionen ab, Advantage fügt Automatisierung und Sicherheit hinzu, Premier kommt mit zusätzlichen Analysen. Die Kosten variieren stark je nach Volumen und Vertragslaufzeit. Ein Drittanbieter-Preisaggregator (IT Price – Cisco GPL 2024) listet für DNA Advantage Renewals konkrete Dollarpreise, die auf starke Kanalabhängigkeit hinweisen. Die genauen Preise pro Nutzer sind nicht öffentlich einsehbar und verhandelbar.
Vier Unterschiede, ein Muster: DNA ist für Unternehmen, die Kontrolle und Individualisierung brauchen; Meraki für die, die Einfachheit und Cloud-Vorteile suchen.
| Kriterium | Cisco DNA (Catalyst Center) | Cisco Meraki |
|---|---|---|
| Management-Plattform | On-Premises (Appliance) | Cloud-basiert |
| Zielgruppe | Großunternehmen, Rechenzentren | Mittelstand, Filialbetriebe |
| Automatisierung | Policy-basiert, sehr tief | Vereinfacht, weniger granular |
| Lizenzmodell | Essentials/Advantage/Premier (pro Gerät) | Einheitliche Lizenz pro Gerät |
| Sicherheitsintegration | SD-Access, mikrosegmentiert | Integrierte Firewall, einfacher |
| API-Integration | Rest-APIs, über 100 Integrationen | Eingeschränkt, aber vorhanden |
| Support-Ende (aktuelle Gen) | 31. März 2029 (für Second Gen Appliance) | geräteabhängig, meist 5 Jahre nach EoL |
Das Muster: DNA ist die Plattform für Unternehmen, die maximale Kontrolle und individuelle Sicherheitsarchitekturen brauchen. Meraki ist die Wahl für Betriebe, die ihre Netzwerke ohne Spezialisten verwalten wollen.
Welche drei Cisco Netzwerkarchitekturen für Unternehmen gibt es?
Cisco DNA (Intent-based Network)
- Policy-basiertes Netzwerk mit Automatisierung.
- Zentrale Steuerung über Catalyst Center.
DNA ist die strategische Plattform, auf der die anderen Architekturen aufbauen. Sie definiert, wie das Netzwerk auf Basis von Absichten (Intents) gesteuert wird.
Cisco SD-Access
- Softwaredefinierte Zugriffssicherheit.
- Segmentierung von Nutzern und Geräten auf Basis von Identität.
SD-Access erweitert DNA um eine detaillierte Zugriffskontrolle. Jeder Benutzer und jedes Gerät bekommt eine Policy zugewiesen, die unabhängig vom physischen Standort ist. Ein Gast in der Filiale hat die gleichen Rechte wie ein Gast in der Zentrale – automatisch.
Cisco SD-WAN
- Optimierte Verbindung zwischen Standorten.
- Ersetzt teure MPLS-Leitungen durch günstiges Internet.
SD-WAN ist die Architektur für die Verbindung mehrerer Standorte. Sie analysiert permanent die verfügbaren Verbindungen (Internet, MPLS, LTE) und lenkt Datenverkehr dynamisch über die beste Route. Cisco integriert SD-WAN nahtlos in DNA, sodass Richtlinien standortübergreifend gelten.
Ein Unternehmen, das alle drei Architekturen kombiniert, kann sein Netzwerk vollständig automatisieren: von der Zugriffskontrolle (SD-Access) über die Standortvernetzung (SD-WAN) bis zur zentralen Policy-Steuerung (DNA). Der Preis dafür ist ein hohes Maß an Abhängigkeit von Cisco – und die Komplexität der Lizenzverwaltung.
Die Kombination aller drei Architekturen ermöglicht ein vollständig automatisiertes Netzwerk.
Bestätigte Fakten und was unklar bleibt
Bestätigte Fakten
- Cisco DNA Center wurde in Catalyst Center umbenannt (Cisco Catalyst Center)
- DNA Center Second Generation Appliance: End-of-Sale am 27. Nov. 2023, letzter Versand 28. Juni 2024 (Cisco EoL-Ankündigung)
- Support-Ende: 31. März 2029 (Cisco EoL-Ankündigung)
- Catalyst Center 2.3.7 Data Sheet vom 2. März 2026 veröffentlicht (Cisco Data Sheet)
- DNA Spaces bietet Innenraum-Lokalisierung
- Über 100 Drittanbieter-Integrationen via API
Was unklar ist
- Genauer Listenpreis für DNA Essentials (nur über Kanalpartner)
- Exakte Anzahl aktiver DNA-Kunden (Cisco veröffentlicht keine aktuellen Zahlen)
- Ob DNA Advantage für jedes Unternehmen den Mehrwert rechtfertigt
Stimmen aus der Branche
„Cisco DNA software delivers automation, security, predictive monitoring, and a policy-driven approach.“
Cisco – Offizielle Produktseite
„Digital Network Architecture provides a structure for interfaces and functions.“
Cisco – DNA Center Plattform
Digital Network Architecture provides a structure for interfaces and functions.
IEEE (1980)
Schritt-für-Schritt: Planung einer Migration auf Cisco DNA
- 1. Bestandsaufnahme und Zieldefinition
- Erfassen Sie alle vorhandenen Netzwerkgeräte (Switches, Router, Access Points).
- Definieren Sie, welche Anwendungen und Nutzer priorisiert werden sollen.
Bevor Sie eine Lizenz bestellen, müssen Sie Ihre aktuelle Umgebung genau kennen. Welche Geräte sind Cisco Catalyst 9000-kompatibel? Welche Sicherheitsrichtlinien gelten bereits? Diese Phase dauert bei mittelgroßen Unternehmen 2–4 Wochen.
- 2. Lizenzauswahl und Budgetplanung
- Wählen Sie zwischen DNA Essentials und Advantage (Premier für
- Wählen Sie zwischen DNA Essentials und Advantage (Premier für



